Der Verein rundkino dresden e.V. ist auf der Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Dresdner Rundkino. Nachdem Anfangs Premieren stattgefunden haben, war es zu letzt nur noch ein Puppentheater. Ihre Forderung bei der Suche nach einem Investor: “Die Stadt muss mitwirken, dass hier kein Gemischtwarenladen entsteht, sondern ein Ort für zeitgenössische Kunst und Forschung”
Siehe auch: Rundkino Dresden
Die Entscheidung über den “Bebauungsplan Prager Straße Nord-West” oder umgangssprachlich formuliert: die Zukunft des Silberwürfels steht am Donnerstag, den 12.10. auf der Tagesordnung des Dresdner Stadtrates. Auch wenn der Ortsbeirat Altstadt Mitte September sich sehr knapp gegen den Umbau ausgesprochen hat, ist die Zustimmung vermutlich vorauszusehen. Interessant wird, wie die Stadtveraltung mit den Einsprüchen der Bevölkerung umgehen wird.
Man hätte es voraussagen können: das Stadionbau verzögert sich aufgrund einer wackligen Finanzierung.
Das Dresdner Regierungspräsidium bemängelte “schwerwigende Fehler” in den Verträgen zwischen dem Bauunternehmen HBM und der Landeshauptstadt und verweigerte die Zustimmung für das neue Stadion. “Für den Stadion-Neubau sind Vereinbarungen vorbereitet worden, die für die Stadt mit erheblichen, sehr langfristigen Risiken und Kosten verbunden sind. Gleichzeitig sind konkrete Mitnutzungs- und Mitspracherechte der Stadt beim künftigen Stadionbetrieb nicht transparent geregelt”, so das Regierungspräsidium. Hauptaugenmerk liegt auf einer Bürgschaft in Höhe von 40 Mio Euro. Die Stadt trägt damit das finanzielle Risiko für ein privates Unternehmen (in dem Fall ein Profi-Fußballclub), hat dafür aber so gut wie keine Einflußmöglichkeiten. Im Extremfall verliert die Stadt das Grundstück an die Banken.
Dieser Sachverhalt ist allerdings keine Ablehnung für den Neubau, sondern lediglich eine Zwischenmitteilung. Die Stadt soll die Unterlagen überarbeiten und mit einem genehmigungsfähigen Konzept den Neubau beantragen. Bis Jahresende werden wohl noch keine Bagger rollen, dafür gefährdet der Bauverzug die Lizenz für Dynamo Dresden bei der kommenden Saison.
Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann will die Gespräche mit der Rechtsaufsicht suchen. Der RP-Sprecher Holm Felber stellt die Frage in den Raum, warum die Stadt das Stadion nicht selber baut – oder wenigstens sich in der Betreibergesellschaft beteiligt. Auch wenn die Argumente in diesem Fall nachvollziehbar und berechtigt sind, bleibt eine Frage offen: warum meldet sich das Regierungspräsidium erst so spät zu Wort. Die Pläne sind bereits vor langer Zeit durch die Medien gegangen! (Quelle: SZ vom 05.10.2006, DNN)
Die Tharandter Straße wird im kommenden Jahr saniert. Ab März stehen die Umbauarbeiten des Abschnitts zwischen Schilling und der Altfrankener Straße an. Umstritten ist die Maßnahme, da 67 (von 79) alte Bäume gefällt werden sollen, die aus der Straße – trotz des holprigen Pflasters – eine angenehmene Allee machte. Begründet wird die Baumaßnahme mit der dem Bau eines neuen Kanals, der seitlich in die Straße gelegt werden soll.
Dafür sind 80 neue Bäume geplant, die Fahrbahn soll verengt werden, dafür aber beidseitig mit Radwegen ausgestattet werden. Bis 1999 fuhr auf dem Abschnitt noch eine Straßenbahn, die Spuren werden bei dem Umbau ebenso beseitigt. (Quelle: Sächsische Zeitung, 30.09.2006)
Die Bauarbeiten am Neumarkt sind im vollen Gange, da hat die Stadt den nächsten Umbauplan schon in der Schublade: der Parkplatz hinter dem Kulturpalast soll bebaut werden und die Fußgängerzone auf der Schloßstraße soll weichen: von der Willsdruffer bis zum Georgentor soll sie befahrbar werden. Darüber soll der Lieferverkehr für den Kulturpalast und den westlichen Neumarktquartieren abgewickelt werden. Historisch mag das korrekt sein, immerhin fuhren vor dem Krieg sogar Busse durch das Georgentor, aber in Anbetracht der massiven Besucherströme ist der Bau fraglich.
Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden kritisiert insbesondere die mangelnde Kommunikation der Stadt: “Die
Bevölkerung bleibt bei der Planung völlig außen vor. Kaum jemand weiß, dass aus der Schloßstraße eine Fahrstraße werden soll.” Wobei eins nicht zu vernachlässigen ist: aus irgendeiner Richtung muß der Anlieferverkehr kommen.
Der Antrag der PDS im Bundestag zur Vermittlung im Welterbestreit stieß auf Zustimmung. Selbst die FDP stand dem positiv gegenüber, wenn auch sie den Blick auf die Unesco richten, die die “alles oder nichts”-Position verlassen sollen. Die Aberkennung hätte Folgen für zehn weitere Unesco-Bewerberstätte. Im Vorfeld erhielt die PDS von Arnold Vaatz, Fraktionsvize im Bundestag, Paroli: “Der Rechtsstreit sollte nicht durch weitere politisch motivierte Aktionen beeinflusst werden” (Quelle: SZ, 20.09. und 21.09.).
Bei den Altstädtern kommt Zweifel am geplanten Neubau des alten Centrum Warenhauses auf. Der Ortsbeirat Altstadt stimmte mit 7 Für- und 6 Gegenstimmen sowie drei Enthaltungen gegen den geplanten Umbau ab. Diskussionsaufhänger sind hauptsächlich die 14 Platanen, die gefällt werden müssen. Des weiteren stehen Zweifel im Raum, ob ein zusätzliches Einkaufszentrum überhaupt benötigt wird. (Quelle: Sächsische Zeitung)
Seit Inbetriebnahme des Lehrter Stadtbahnhof als zentralen Berliner Fernbahnhof ist die Verbindung Dresden – Berlin erheblich schlechter geworden. Die günstigste Verbindung ist ein IC, welcher 2:15 für diese Strecke benötigt. Das könnte erheblich verkürzt werden – so die Ansicht des Kompetenzzentrum für Hochleistungsbahnen und Magnetbahnsysteme der TU Dresden. In einer Studie untersuchten sie die 900 Kilometer lange Verbindung zwischen Berlin und Budapest. Der Zug ist zwischen den fünf auf der Strecke sich befindenten Hauptstädten keine Alternative zum Flugzeug. Als Ausweg schlagen sie den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke mit dem Transrapid vor. Dieser kann wesentlich schneller fahren – und ist im Vergleich mit dem herrkömmlichen Zug leiser und kann zudem größere Höhenunterschiede bewältigen. Mit einer Durchschnittsewschingigkeit von 300 km/h wäre Berlin innerhalb von 41 Minuten erreichbar.
(Siehe: Informationsdienst Wissenschaft)
Am Stadion sollen die Flutlichtmasten abgerissen werden, am Altmarkt soll einer gebaut werden, so der erste Platz des Gestaltungswettbewerb für den Altmarkt. Thomas Filip fragt sich zurecht, ob diese Baumaßnahme wirklich sein muß. Zu den prägenden Bauten des Platzes aus der Nachkriegsbauzeit paßt ein 20 Meter hoher Pylon jedenfalls nicht! Am Donnerstag wird der Stadtrat darüber entscheiden.
Der Tunnel unter dem Pirnaischen Platz brannte am Morgen des 13.09. Der Verkehr auf dem Platz war für einige Stunden in der Nacht komplett gesperrt worden. Die Löscharbeiten erwiesen sich als schwierig, da inbesondere mit starkem Rauch zu kämpfen ist.
Nach dem Ende der Löscharbeiten zeigte sich der Schaden: Die Hitze wurde die Schutzbetonschicht zerstört und stählerne Arminierungsstäbe sind ausgeglüht. Dadurch ist die Tragfähigkeit des Tunnels nicht mehr gegeben. Zwei der drei Verkehrsspuren über dem Brandherd wurden für den Verkehr gesperrt. Dadurch ist in den nächsten Monaten verstärkt mit Staus auf der St. Petersburger Straße zu rechnen. Der Tunnel selber wird für voraussichtlich mehrere Monate gesperrt sein. Eine vorrübergehende Fußgängerampel auf dem Platz wird eingerichtet.
Die verbleibende Frage, die bleiben wird: die Zukunft des Tunnels. Nach einem städtebaulichen Konzept soll der Tunnel verschwinden. Nun muß entschieden werden, ob der Tunnel beseitigt oder ausgebaut werden soll. (Quelle: Sächsische Zeitung, 14.09.2006, DNN)
Obwohl die drohende Aberkennung des Welterbetitels noch nicht aus der Welt ist, kriselt es auch am anderen Ende: Zwischen Söbrigen (Dresden) und Pratzschwitz (Pirna) soll ein neuer Tagebau mit Kieswerk entstehen. Der geplante Bau befindet sich in der Pufferzone des Weltkulturerbes.
Noch gibt es dazu keine endgültigen Fakten, das Planfeststellungsverfahren läuft. Eine Bürgervereinigung gegen den Bau hat sich bereits gegründet, die Dresdner Stadtverwaltung betrachtet das Vorhaben mit Skepsis. Die Unesco hält sich noch zurückhaltend.
Die Gegend um Pratzschwitz ist durch den Kiesabbau vorbelastet. Unter anderen entstand dort ein beliebter Badesee (“Kiesgrube”). (Quelle: Sächsische Zeitung vom 9. September 2006)
Ich frage mich ernsthaft, was einen normal denkenden Menschen dazu veranlaßt, eine Speichelprobe freiwillig abzugeben. “Schaut her, liebe Welt! Ich war es nicht!”. Aber noch viel mehr frage ich mich, was die Polizei dazu veranlaßt, so eine Maßnahme überhaupt ins Leben zu rufen. Ich möchte die Schandtat nicht kleinreden, im Gegenteil: es ist wichtig, daß so ein Fall verfolgt wird. Aber welcher Täter wird seinen Speichel freiwillig abgeben?
Zudem ist es unverständlich, warum 100.000 Dresdner und Coswiger unter Generalverdacht gestellt werden – und das obwohl das Fahnungsplakat schon genauere Hinweise auf den Täter gibt. (Zum Vergleich: beide Orte haben zusammen 520.000 Einwohner, also ca. 260.000 männlicher Bürger. Berücksichtigt man zudem noch das Alter (30-40), schrumpft die Zahl auf weit unter 100.000 zusammen.) Vielleicht sollte die Polizei erst einmal mit herkömlichen Methoden den potentiellen Täterkreis einschränken.
Fazit: eine Maßnahme ganz im Sinne von 1984 (Siehe auch: SZ)
Hier gibt es die Neuigkeiten aus der Landeshauptstadt für euch!
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